Rosmarin Frauendorfer

„Ich hab in meinem Leben vielleicht ein bisserl zu viel Rüscherlbluserl angehabt, obwohl ich gar nicht der Typ dafür bin“.

Rosmarin Frauendorfer

Rosmarin Frauendorfer ist 1942 in Wien geboren und aufgewachsen. “Mein sehr langsames stotterndes Coming-out hatte ich ab 24, also ca. 1966 in Deutschland. Ich hatte eine ältere Freundin, darüber hat sich niemand aufgeregt, denn wir waren am Theater, wo man an Homosexualität gewöhnt war. Später bin ich in Hamburg einmal in eine Frauenbar gegangen, die damals berühmten Ika-Stuben. Dieses Erlebnis hat mich so verschreckt, dass ich erst Jahre später, so ab 40 (ca. 1982) wieder in die Szene gegangen bin. Das war dann mittlerweile in Wien, das Frauencafé mit einer so ganz anderen Atmosphäre als die schummrigen Ika-Stuben mit den männlich verkleideten KVs, die sich benahmen wie im schlechten Kino. Mein Problem war nicht so sehr die Umwelt als die persönlichen Probleme, durch die ich mich durchkämpfen musste. Obwohl, doch! Eines ist mir in schlimmer, bedrückender Erinnerung. Ich war in Lüneburg, einer echten - durch und durch - Kleinstadt engagiert. Wenn mich meine Freundin da in meiner Wohnung besuchte bzw. über Nacht blieb, wurde das von den Hausbesitzern sehr deutlich bemerkt, gelegentlich auch kommentiert. Damals habe ich mir gewünscht, eines Tages genug Geld zu haben, um in einem anonymen Hochhaus eine Wohnung nehmen zu können. Ich habe immer noch einen Hochhaustick (pro), hatte eigentlich vergessen warum, und bin erst unlängst wieder draufgekommen.”

Nach ihrer Karriere als Schauspielerin arbeitete sie als Sprecherin und als Ausbildnerin für Stimmbildung und Sprechtechnik. Heute ist sie Pensionistin und lebt mit ihrer Freundin und ihrer Hündin in Wien.